Montag, 29. September 2014

Die Zeit vergeht immer schneller!

Die letzte Woche ging dann irgendwie ziemlich schnell vorüber. Mittwoch hatten wir das Vorstellungsgespräch bei STM International, welches sehr vielversprechend und interessant klang. Wir wurden für heute, Montag, den 29.09, zu einem Probearbeiten eingeladen. Danach haben wir noch mal den frühen Abend im Royal Botanic Garden verbracht. Es ist super schön dort und man kann echt gut zur Ruhe kommen, was ab und zu ziemlich gut tut bei dem ganzen Großstadtlärm und Stress um einen herum.

Donnerstag hatten wir unser Job-Training bei Amnesty International. Es verlief gut und wir wussten, da kommt einige Arbeit auf uns zu. Wir gingen mit einem guten Gewissen in den restlichen Tag hinein, weil uns gesagt wurde, dass wir über das Wochenende bescheid gesagt bekommen, wo wir uns am Montag einarbeiten sollen. Dazu später mehr. Den Rest des Tages verbrachten wir mit der Suche nach einer neuen Unterkunft und einer Bar, in der wir uns ein Bier leisten konnten. Leider fanden wir keine:(  Freitag haben wir das bisherige Hostel verlassen und sind in ein neues Hostel in Glebe eingecheckt. Es liegt mit der Straßenbahn 15 Minuten von Sydney entfernt und ist ebenfalls sehr ordentlich. Außerdem ist die Gegend viel ruhiger und die Atmosphäre deutlich entspannter. Wir haben erstmal für eine Woche ein Doppelzimmer, aber wahrscheinlich werden wir diese Zeit noch verlängern. Dann sind wir mit Bus und Bahn zum Bondi Beach gefahren. Unser erster Eindruck von der Strandpromenade aus war atemberaubend. Der Strand ist zwar nicht besonders lang, aber dafür sehr breit und im Meer spiegelte sich der blaue Himmel. Obwohl die Sonne schien, war es durch den Wind vom Meer sehr frisch. Wir gingen die Promenade entlang bis zu den Felsen und Klippen. Von dort oben war der Blick noch geiler. Und jedes mal, wenn die Wellen mit voller Wucht gegen die Felsen schlugen, wurde einem die ungeheure Kraft des Wassers bewusst und man sah eine Fontäne nach der anderen. Dann ging es irgendwann wieder zurück ins neue Hostel, denn dort gab es BBQ. Es war nicht das beste BBQ, aber da sind wir wohl etwas verwöhnt von Zuhause. In der Nacht fanden wir dann eine Bar, in der viele junge Leute waren und wir etwas chillen konnten. Samstag hingen wir im Hostel etwas rum und gingen einkaufen, damit wir uns was kochen konnten. Am Ende gab es Nudeln mit Bolognese, was sehr gut geschmeckt hat. Dazu planten wir unseren Ausflug in die Blue Mountains am Sonntag, denn man kann jeden Sonntag für 2,50$ alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.
Bondi Beach

Sonntag fuhren wir also 2 Stunden mit dem Zug in die Blue Mountains. Als erstes haben wir uns die Three Sisters angeguckt und über den Wahnsinns Ausblick gestaunt. Danach gingen wir hinab zu den Wanderwegen und wollten einen Weg zu einer Seilbahnstation finden. Wir haben uns leider verlaufen und kamen nie an unserem Ziel an. Wir suchten einen Weg hinaus und kamen zu den "Giant Stairways". An diesem Punkt musste man 900 Treppenstufen hochgehen, um aus dem National Park der Blue Mountains herauszukommen. Danach waren wir ziemlich erschöpft und machten uns auf den Rückweg. Gegen 22 Uhr sind wir dann im Hostel angekommen und konnten auf einen schönen und aufregenden Ausflug zurückschauen.

Leider haben wir über das gesamte Wochenende keine Nachricht von Amnesty Int. erhalten, nicht einmal auf Nachfrage. Somit gingen wir dann heute zu dem Probearbeiten von STM. Erstmal fuhren wir eine Stunde aus der Stadt heraus, bis wir dann bei einer Tankstelle irgendwo in der Umgebung landeten. Dort bauten die beiden Angestellten, die uns die Arbeit zeigen sollten, einen kleinen Stand auf und fingen sofort an jeden Autofahrer, der dort tankte, anzusprechen, um denen das Produkt zu verkaufen. Es handelt sich dabei um ein sprühbares Wax, mit dem man ohne Wasser alle glatten Oberflächen wie Autotüren, Fernseher, iPads und Fenster putzen kann. Es entfernt wirklich den kompletten Staub und Dreck und soll angeblich bis zu sechs Monate Schutz vor Staub bieten, aber der Preis dafür ist meiner Meinung nach komplett übertrieben. Ich würde das Zeug nicht kaufen, aber hier gibt es genug Leute, die sich davon beeindrucken lassen. In der Stunde, in der wir dort gewesen sind, haben die beiden einiges verdient. Danach sollten wir wieder zurück ins Büro fahren, um beim "Final Appointment" zu erfahren, ob wir den Job kriegen. Wir haben ihn bekommen und fangen Donnerstag mit einem weiteren Jobtraining bei STM an. Hoffentlich klappt diesmal alles, wie wir uns das vorstellen! Denn während wir ins Büro fuhren, bekamen wir eine E-Mail von Amnesty, dass sie uns doch nicht stündlich bezahlen würden, sondern nur auf Kommission, welche lächerlich gering wäre. Gut, dass wir heute zu STM gegangen sind. Somit ist Amnesty für uns jetzt abgehakt, aber dennoch fanden wir die gesamte Aktion ziemlich dreist.

Nun gucken wir was die Woche noch so mit sich bringt. Aber von dem ganzen Job-Organisations-Stress abgesehen, haben wir uns hier gut eingelebt und hoffen jetzt, dass eine geile Zeit auf uns wartet.
Nebenbei denke ich auch oft an alle Zuhause und hoffe sehr, dass es euch allen gut geht und ihr mir ja Gesund und Munter bleibt!
Liebe Grüße aus Sydney, euer Jonathan <3

Blick auf Sydney aus dem botanischen Garten


Blick vom Opera House auf die Skyline von Sydney



Bondi Beach

Klippen Bondi Beach




Blue Mountains

Vorne: Three Sisters


Dienstag, 23. September 2014

Die erste richtige Woche ist angebrochen

Es sind drei weitere Tage vergangen, mein Heimweh ist gestiegen, weil alles doch irgendwie ziemlich neu und anders ist, vokalem sehr ungewohnt. Das Zuhause-Gefühl fehlt. Dennoch bin ich sehr zufrieden bisher, immerhin haben wir innerhalb von zwei Arbeitstagen so einiges geschafft.
Am Sonntag haben wir erstmal bis 13 Uhr verschlafen, aber das machte nichts, da wir eh nicht viel geplant hatten, außer die Umgebung von Sydney zu erkunden. Ein anderer Traveler aus unserem Zimmer, der lustig und schon etwas älter war, ich schätze mal um die 50, hat uns am Samstag Abend noch empfohlen, ein Ticket am Bahnhof zu kaufen, mit dem man angeblich alle Züge, Busse und Fähren nutzen kann, um damit in die Vororte von Sydney zu kommen und etwas mehr zu sehen als nur die Innenstadt. Er gab uns folgende Beschreibung, wo und wie wir dieses Ticket kaufen können: "Yeah, you go to the dingdingding (mit seinen Fingern hat er angedeutet, dass er auf den Bildschirm eines Fahrkartenautomaten tippt) and then you do this and dipdüp (tippte auf seinem virtuellem Bildschirm weiter..) and then you have it." Er zeigte uns stolz sein Ticket, dass für einen Erwachsenen nur 3,60$ kostete, aber mit den Aufschriften konnten wir nichts wirklich anfangen, da nur Abkürzungen zu sehen waren. Wir dachten uns - so schwer kann es nicht sein, und wenn es so günstig ist, wieso nicht - und gingen dann Sonntag zum Bahnhof. Am Automaten kamen komischer Weise immer Preise jenseits von 30$ und mehr heraus für Tagesfahrkarten. War wohl doch nicht so einfach. Irgendwann haben wir es dann hoffnungslos aufgegeben und uns entschieden, ein schönes Abendbrot einkaufen zu gehen.
Auf dem Weg zum Supermarkt hat uns Sydney nochmal begeistert. Es ist echt schön hier!
Wir gingen zum Supermarkt und kauften Brot, Aufstrich, Gemüse und Erdbeeren. Somit genossen wir dann am Abend einen entspannten, etwas verpeilten Tag und Adrian legte sich früh schlafen. Die Nacht zuvor war nämlich wieder ziemlich schlaflos gewesen. Ich habe dann sehr lange mit meiner Mama geskypt und sie hat mir viel Mut und Zuversicht für die kommenden Monate zugesprochen und gesagt, dass mein Heimweh bald weg sei und es ganz normal sei, wenn man einen so neuen Lebensabschnitt beginnt. Ich war sehr froh sie sehen zu können und es hat mir wirklich zusätzlich Kraft gegeben, so konnte ich dann ganz entspannt schlafen gehen. Vielen lieben Dank Mama! Es hat mich sehr gefreut, dass ich so nah bei dir sein konnte bei dieser großen Entfernung!
Montag hatten wir dann unser erstes 'Job-Interview' (wie es hier genannt wird). Es gab die Auswahl entweder für eine Charity oder für eine Solar-Panel Firma zu arbeiten. Wer sich diese Kombination unter einem Dach ausgedacht hat, wissen wir auch nicht. Wir haben gesagt, dass wir beides machen würden. Noch am selben Tag erhielten wir die Einladung zu einem Job-Training für die Solar-Panel Firma am Dienstag - wir hatten den ersten Job sicher. Zeitgleich haben wir noch eine weitere Einladung für Dienstag zu einem Bewerbungsgespräch bei Amnesty International erhalten! Dienstag stand also viel auf dem Tagesplan. Außerdem hat sich jeder von uns ein Bankkonto bei einer Australischen Bank eingerichtet und eine Steuernummer beantragt. Jetzt waren wir bereit für den Anfang jeder Arbeit. Wir sind komplett vorbereitet und ausgestattet.
Nun stand der heutige Dienstag vor der Tür. An diesem Tag hatten wir wohl bisher am meisten zu tun. Wir mussten aus dem bisherigen Hostel auschecken (es war sehr gepflegt und ordentlich dort, aber wir haben ein anderes Hostel gefunden, bei dem wir zu einem niedrigeren Preis ein Doppelzimmer bekamen und hoffen nun, Abends unsere Ruhe zu haben), dann zu dem Job-Interview von Amnesty International in North Sydney, danach zu dem Job-Training von der Solar-Panel Firma, anschließend im neuen Hostel einchecken und letztendlich noch Abendbrot besorgen. Wir haben alles geschafft. Dazu mussten wir uns ja noch entscheiden, ob wir bei der Solar-Panel Firma den Arbeitsvertrag unterschreiben oder nicht. Im Laufe des Job-Trainings bekamen wir zum Glück dann per SMS von Amnesty Int. eine Bestätigung, dass wir dort am Donnerstag mit einem Job-Training anfangen können. Schnell war für uns klar, dass wir bei der Solar-Panel Firma nicht unterschreiben werden - viel zu gut war das Angebot von Amnesty Int. im Vergleich bezogen auf Gehalt und Arbeitsintensität.
Daher wir noch weitere Bewerbungen an andere Arbeitgeber geschickt haben, bekamen wir auch noch eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch von einer Sports Sales Marketing Firma Namens STM International. Jetzt haben wir morgen auch dort noch ein Job-Interview. Und wer weiß, vielleicht kriegen wir ein noch interessanteres Angebot als das Vorliegende von Amnesty Int., aber das warten wir jetzt erstmal ab. Aufjedenfall sollen wir in 'business attire' erscheinen.
Ich persönlich bin sehr froh, dass alles wie geschmiert bisher verläuft und wir bisher keine Probleme irgendwo hatten. Es macht mir viel Spaß hier und das, was ich bisher gesehen und erlebt habe, ist echt sehr beeindruckend und aufregend. Mein Fazit nach fünf Tagen: Sydney ist geil, teuer und spannend. So langsam kommen wir hier auch Gedanklich immer besser an.

Eben habe ich noch mal mit meinem Papa telefoniert, es freut mich immer sehr was aus Deutschland zu hören und zu wissen, dass meine Familie für mich da ist! Thank you!
Auch ein riesen Dank an alle meine lieben Freunde, die sich oft nach mir erkundigen und mir zusprechen, wenn ich grade mal an meine Heimat denken muss und traurig werde. Ich vermisse euch alle sehr! Aber ich sehe schon die Tage, wo wir alle wieder zusammen wie ein Hurricane über Hildesheim fegen und feiern werden!
Euer Jojo :-*

Samstag, 20. September 2014

Hinreise und die ersten beiden Tage in Sydney

Am Mittwoch, den 17.09.2014, ging es los. Nachdem Ich vormittags meine Sachen gepackt habe, fuhren wir gegen Mittag los nach Frankfurt zum Flughafen. Es begleiteten mich meine Schwester, Marc, Bine und mein Papa, worüber ich sehr froh und dankbar gewesen bin. Am Flughafen traf ich dann Adrian, mit dem ich alles zusammen geplant hatte und mit dem ich die nächsten 10 Monate zusammen verbringen werde.
Der Abschied am Flughafen war sehr schwer. Ich ging mit Tränen in den Augen zu den Sicherheitskontrollen, ein letztes mal noch umgedreht, gewunken und schnell war klar: Diese wunderbaren Menschen sehe ich sehr lange nicht mehr. Herzlichen Dank nochmal!!
Der erste Flug nach Singapore war angenehm und ging schnell rum. Nachdem wir am Changi Airport landeten, schauten wir uns gemütlich im Flughafen um. Von dem Schmetterlingsgarten und dem künstlichen Teich in Terminal 3 über den Kaktusgarten bis hin zu dem Swimmingpool auf der Dachterasse in Terminal 1, es gibt dort einfach alles. Wir waren schwer beeindruckt.
Dann wurde es auch schon Zeit für den nächsten Flug. Und auf einmal wurde uns klar: Nächster Stop Sydney!
Dementsprechend konnte ich kaum schlafen auf dem Flug, aber in einem A380 macht das nichts. Der Flieger ist echt super bequem und sehr ruhig.
Erster Blick auf Sydney
Wir sind am Freitag, den 19.09.2014, um 5:30 Uhr gelandet. Vorbei an den Passkontrollen haben wir unser Gepäck eingesammelt und standen plötzlich vor dem Airport in Sydney. Es war ein wunderbares Gefühl! Ich konnte es kaum fassen und dazu war ich noch ziemlich müde vom Flug.
Wir nahmen den Zug in Richtung 'Sydney Central Station'. 17$ - eine Frechheit, aber es gab keine andere Möglichkeit.
Wir gingen in unser Hostel, dass wir bereits aus Deutschland gebucht hatten, packten unser Gepäck in Schließfächer und mussten uns bis 13 Uhr gedulden, ehe wir in unser Zimmer konnten. Das Hostel machte von Anfang an einen guten und sauberen Eindruck.
Links unser YHA Hostel
Wir gingen also ohne jeden Plan einfach um die Blocks hier, versuchten uns klar zu machen, dass wir in Sydney angekommen sind. So richtig gefasst haben wir das erst am nächsten Tag. Als wir dann endlich in unser Zimmer konnten, sind wir sofort ins Bett gefallen. Um 20 Uhr machten wir uns fertig und gingen essen. Der Schock von den hohen Preisen überall sitzt immer noch ziemlich tief. Wir kehrten danach zurück ins Hostel, chillten in der Lobby und schauten schonmal nach den ersten Jobs. Dann wollten wir eigentlich schlafen gehen, um uns an die Zeitverschiebung zu gewöhnen, aber einer aus unserem Zimmer schnarchte so laut, dass dies nicht möglich war. Erst um 4:30 Uhr fanden wir Schlaf.
Dennoch sind wir am nächsten Morgen um 9 Uhr aufgestanden und haben uns vorgenommen, die Stadt zu besichtigen und erste wichtige Dinge zu besorgen. Die Banken hatten zu, aber eine Handynummer haben wir bekommen. Dann gingen wir zu Fuß die gesamte George Street entlang - bis zum Sydney Opera House. Es war unvorstellbar, Adrian sagte zu mir: 'Das ist das, was wir sonst nur auf Bildern gesehen haben und jetzt sind wir hier.' Die Sonne schien und wir gingen durch den Royal Botanic Garden zurück in die Stadt und dann ins Hostel.
Ich freue mich auf die nächsten Tage und bin gespannt was alles in den nächsten Monaten passiert.
Tausendfachenlieben Dank an meinen Papa!!
Viele Grüße aus Sydney,
Jonathan :-*

P.S.: Herzlichen Dank auch an alle meine Freunde, die zum Teil sogar noch Dienstag vorbei gekommen sind - IHR SEID DIE GEILSTEN! Ich werde euch vermissen.


Blick aufs Opera House


Sydney Harbour Bridge


Ein Blick auf die Skyline vom Royal Botanic Garden


Ein Weg durch den Hyde Park